Die kurze Antwort
Die Diagnose von Acne Inversa wird meist klinisch gestellt. Das bedeutet: Medizinisches Fachpersonal hört die Vorgeschichte an, untersucht die Haut und achtet auf ein typisches Muster.
Ein einzelner Bluttest beweist HS nicht. Entscheidend sind vor allem drei Fragen: Welche Läsionen treten auf, wo treten sie auf und kommen sie wieder?
1. Die Vorgeschichte
Im Gespräch geht es nicht nur um die aktuelle Stelle. Typische Fragen sind:
- Seit wann gibt es die Beschwerden?
- Welche Körperregionen sind betroffen?
- Wie oft kommen Knoten, Abszesse oder nässende Stellen wieder?
- Bleiben Narben, Verhärtungen oder wiederkehrende Öffnungen zurück?
- Welche Behandlungen oder Diagnosen gab es bisher?
Auch Schmerz, Schlaf, Bewegung, Arbeit und Scham gehören zur Geschichte, weil sie zeigen, wie stark die Beschwerden den Alltag treffen.
2. Die Untersuchung
Bei der Untersuchung wird geschaut, welche Hautveränderungen aktuell sichtbar sind. Dazu können tiefe Knoten, Abszesse, nässende Areale, Narben oder Tunnelgänge gehören.
Die Lokalisation hilft bei der Einordnung. Typische Regionen sind Achseln, Leiste, Genital- und Perinealregion, Gesäß und Hautfalten unter der Brust. Andere Ursachen bleiben trotzdem möglich.
3. Die klinische Einordnung
HS wird wahrscheinlicher, wenn typische Läsionen an typischen Stellen mit einem chronischen oder wiederkehrenden Verlauf zusammenkommen. Genau deshalb ist die Frage “Wie oft war das schon da?” so wichtig.
Je nach Befund wird außerdem geprüft, welche anderen Erklärungen passen könnten, zum Beispiel Furunkel, Follikulitis, entzündete Zysten, Akne oder ein Pilonidalsinus.
4. Zusatzuntersuchungen, wenn sie sinnvoll sind
Nicht jeder Termin braucht dieselben Untersuchungen. Je nach Situation können Abstriche, Laborwerte, Bildgebung oder weitere fachärztliche Einschätzung hilfreich sein. Solche Schritte können Komplikationen, Begleiterkrankungen oder andere Ursachen besser einordnen.
Sie ersetzen aber nicht die klinische Beurteilung des Verlaufs.
5. Was Sie vorbereiten können
Eine knappe Übersicht hilft oft mehr als eine perfekte Formulierung:
- Körperstellen und Häufigkeit notieren.
- Fotos aktiver Stellen mitbringen, falls vorhanden.
- Frühere Behandlungen, Eingriffe und Diagnosen sammeln.
- Narben, Sekretion, Geruchssorgen und Schmerzen offen ansprechen.
- Fragen aufschreiben, die Sie im Termin nicht vergessen möchten.
Wenn beim ersten Termin nicht alles geklärt ist, ist das kein Versagen. Eine gute Diagnose entsteht aus Untersuchung, Verlauf und einem Gespräch, das das wiederkehrende Muster ernst nimmt.
Quellen
- North American clinical management guidelines for hidradenitis suppurativa, Part I Journal of the American Academy of Dermatology, 2019
- S2k-Leitlinie zur Therapie der Hidradenitis suppurativa / Acne inversa AWMF, 2024
- Diagnosis of Hidradenitis suppurativa Centre de Preuves en Dermatologie, 2026